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17.10.2024

»Alles geben für Kinder und Jugendliche – aber wer?«

Fachtag im Haus der Jugendarbeit und Jugendhilfe

Am 16. Oktober 2024 fand im Haus der Jugendarbeit und Jugendhilfe in Berlin ein Fachtag unter dem Titel »Alles geben für Kinder und Jugendliche – aber wer?« statt. Die Veranstaltung wurde von den im Haus der Jugendarbeit und Jugendhilfe e.V. (HdJ) angesiedelten bundeszentralen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe organisiert: der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ), dem Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. (AdB), der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (BAJ) und dem Deutschen Bundesjugendring e.V. (DBJR).
Im Fokus der Veranstaltung stand der zunehmende Fachkräftemangel in der Kinder- und Jugendhilfe. Zahlreiche Expert:innen und Fachkräfte aus Wissenschaft, Praxis und Politik diskutierten über Ursachen und Lösungsansätze.
Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Seniorprofessor an der TU Dortmund, hielt eine Keynote zur Fachkräftemisere und deren qualitativen Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendhilfe. In anschließenden Workshops erörterten die Teilnehmenden verschiedene Aspekte, darunter die Fachkräftesituation in der politischen Bildung, den Kinderschutz sowie die Herausforderungen für die Jugend(verbands)arbeit und die Ehrenamtlichen.
In der Diskussionsrunde der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ) stand die Frage im Mittelpunkt, welche Rolle und welche Folgen der Fachkräftemangel im Jugendamt mit Blick auf den Kinderschutz hat. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Kindeswohlgefährdungen im Jahr 2023 mit 63.700 Fälle auf einem neuem Höchststand waren – Schätzungen gehen aber von einem tatsächlichen höheren Anstieg aus. Dass Jugendämter angesichts des Fachkräftemangels, hoher Fluktuation, Überlastungen aufgrund hoher Fallzahlen vielfach in ihren Aufgaben überfordert sind und an ihre Grenzen kommen, wurde von Kerstin Kubisch-Piesk, der Vorsitzenden der BAG ASD deutlich gemacht. Auch die Vermittlung des Themas Kinderschutz im Rahmen der Ausbildung wurde als wichtiger Aspekt diskutiert. Einigkeit herrschte darüber, dass die herausfordernden beruflichen Rahmenbedingungen nicht zulasten von Kindern und Jugendlichen gehen dürfen. Neben der Forderung nach einer Verbesserung der Situation vor Ort in den Jugendämtern wurde aber auch der hohe Stellenwert von Prävention betont. Denn nach wie vor gilt Prävention vor Intervention, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.
Im Abschlusspanel diskutierten Jana Borkamp (BMFSFJ), Alexander Nöhring (AWO/BAG FW), Matthias Röder (Jugendamt Darmstadt-Dieburg) und Prof. Dr. Thomas Rauschenbach über notwendige Maßnahmen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Dabei wurde deutlich, dass es sowohl kurz-, mittel- und langfristiger Strategien bedarf, um die Versorgung der Kinder- und Jugendhilfe sicherzustellen. Das 70-jährige Bestehen des HdJ wurde beim anschließenden Get-Together gefeiert.

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